Winterversammlung 2020 Drucken
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Freitag, den 14. Februar 2020 um 20:31 Uhr

Winterversammlung Jägerschaft Grafschaft Bentheim

Nutriabejagung

Unter Leitung von Martin Merschel umrahmten die Jagdhornbläser aus Lohne den Abend mit gekonnten Vorträgen.

Im Anschluss eröffnete der Vorsitzende der Jägerschaft, Thomas Heils, die gut besuchte Veranstaltung. Zu der er als Redner Bernd Reichelt von der LJN und Dr. Friederike Gethöffer vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der THH begrüßen konnte.

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Die Jagdhornbläser aus Lohne umrahmten unter Leitung von Martin Merschel den Abend mit jagdlichen Klängen. Foto: Lindwehr

Erster Kreisrat Dr. Michael Kiehl lobte das Engagement der Jäger und dankte für deren Arbeit im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes. Die Schießanlage in Lohne sah er als eines der vielen gemeinsamen Projekte mit der Kreisjägerschaft. Diese sei nicht nur für die Jägerschaft von großer Bedeutung, auch strukturpolitisch sehr wichtig. Zum Thema „Nutria“ habe er anfangs eine professionelle Bekämpfung für erforderlich gehalten. Die Jägerschaft hat sich durchgesetzt und Wort gehalten. Beeindruckend habe sich die Jägerschaft mit dem Vechteverband der Nutriabekämpfung angenommen.

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Der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Mönch, Geschäftsführerin Marianne Brunklaus, der Vorsitzende Thomas Heils sowie Bernd Reichelt und Dr. Friederike Gethöffer plädieren für die Jagd auf Nutrias.

Bernd Reichelt, bei der Landesjägerschaft Niedersachsen zuständig für Natur- und Artenschutz, stellte anhand von Kartenmaterial die Entwicklung vom Nutria allgemein in Niedersachsen dar und ging auf die neuen rechtlichen und evt. kommenden Grundlagen ein. Die Brisanz vom Beifang beim Fallenfang im Hinblick auf die politische Tierschutzkonformität von Fallen sei hoch. Es folgte ein Blick auf die jetzigen politischen Rahmenbedingungen. Im Hinblick auf Angaben zur Populationsentwicklung und Strecke auf politische Entscheidungen betonte er die Bedeutung der WTE Bögen.

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Die Mitglieder der Jägerschaft Grafschaft Bentheim folgten mit großem Interesse den Ausführungen von Dr. Friederike Gethöffer und Dipl.-Ing. Forst Bernd Reichelt. Foto: Lindwehr

Dr. Friederike Gethöffer betonte: „Wir wollen nicht nur Nutria-Schäden ansehen, sondern wir wollen die Wissenschaft in die Praxis bringen.“. Nutria und Bisam gehören zu den Tierarten, die als invasive Arten eingestuft wurden und die die Entwicklung eines Managementkonzeptes erfordern. Im Falle von Nutria, Marderhund, Waschbär und Mink als jagdbare Arten ist ein Management ohne die Unterstützung und Einbindung der Jagd nicht möglich. Ziel sei es, ein Managementkonzept für Niedersachsen zu entwickeln, das auf weitere Bundesländer übertragbar ist. Neben der Bejagung durch Abschuss stellt die Fangjagd ein wesentliches Werkzeug im Management dar. Nutrias dürfen nur lebend und unversehrt gefangen werden. Für manche der Fanggeräte zum Lebendfang bestehen aber durchaus Risiken und Bedenken, ob die eingesetzten Fallentypen ohne Verletzungsgefahr einsetzbar sind. Dies wird in einer Studie zur Tierschutzgerechtigkeit der hauptsächlich eingesetzten Fallentypen wissenschaftlich erarbeitet. Ein weiteres Projekt setzt auf Innovationen im Frühnachweis von einwandernden Nutria und Bisam durch intelligente Fotofallen und moderne DNA-Technik. In einem länderübergreifenden Forscherteam werden auch Lebendfallensysteme entwickelt, die durch Bilderkennung einen Fang der „falschen“ Tierart sicher ausschließen sollen. Im dritten Projektbaustein wird die gesellschaftliche Wahrnehmung erfasst.

Beide Referenten bedankten sich für die Revierführung durch Nutriabereiche, die den Blick in die Praxis ermöglichten.

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Dank mit einer kleinen Grafschafter Erinnerung

Der Vorsitzende der Jägerschaft Thomas Heils sah die Notwenigkeit der Information der Öffentlichkeit über die Gründe der Nutriabejagung. Man müsse deutlich machen, dass es für die Allgemeinheit sei. Es folgten Hinweise auf schwerwiegende Folgen durch Schäden von Nutria im Bereich der Landwirtschaft, an Ufern und Böschungen. „Der Kampf gegen die Nutrias ist wichtig, wir müssen sie aber schonend fangen unter Einsatz von tierschutzkonformen Fallen.“ In den Niederlanden ist die Fallenjagd einfacher, weil die Menschen wissen, dass sie Gäste des Meeres sind.

Zum Schluss der Veranstaltung machte Kreisveterinär Dr. Hermann Kramer auf die „Afrikanische Schweinepest“ aufmerksam. Er ging auf die Verbreitungsbereiche und die entstandenen dramatischen Situationen ein. Weiterhin appellierte an das richtige Verhalten der Jäger zum Schutz vor einer eventuellen Ausweitung und Verhütung der ASP.

 

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