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Versammlung der Jagdgenossen 2018 Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Samstag, den 14. April 2018 um 10:35 Uhr

Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Jäger

Versammlung der Jagdgenossen

Zahlreiche und interessierte Landwirte nutzten die Gelegenheit Informationen zum Thema Anlage von Blühstreifen in Kombination mit niedersächsischen Agrarumweltmaßnahmen zu bekommen.

Der Vorsitzende der Jägerschaft Grafschaft Bentheim Thomas Heils eröffnete die Veranstaltung und betonte die große Bedeutung des Themas Blühstreifen, zu dem die Jäger ihren Beitrag leisten wollen. Vom Vortrag des Referenten Heiner Bruns von der Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer erhoffte er neue Impulse, die man umsetzen und mitnehmen könne, um einen Schritt voranzukommen.

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Der Redner referierte zunächst über Aktuelles zu Brachemöglichkeiten und sprach die unterschiedlichen Formen an.
Dabei ging er zunächst auf die Form der Freiwilligen Brachen ein.
Hier können z.B. Wildäsungsflächen angelegt werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Anlage von Mais mit Bejagungsschneisen; das heißt an den Schlaggrenzen oder innerhalb des Schlages können Schneisen mit z.B. Blühmischungen angelegt werden.
Im zweiten Teil ging er auf Brachen im Rahmen der ökologischen Vorrangflächen ein. Des Weiteren ging er auf die Anlage von Blühstreifen in Kombination mit Agrarumweltmaßnahmen ein.

Hauptempfehlung des Referenten ist die Anlage von Mais mit Blühstreifen sowie die Anlage freiwilliger Brachen in Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten. Eine Erleichterung der Auflagen bei den Agrarumweltmaßnahmen (z.B. einjährige Verpflichtungen statt einer fünfjährigen Verpflichtung) würden die Akzeptanz dieser Maßnahmen deutlich steigern und für mehr Biodiversität in den Landkreisen sorgen.

Der Dank des Vorsitzenden Thomas Heils zeigte zum einen den landwirtschaftlichen Hintergrund des Referenten, zum anderen den hier möglichen Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Jägern. Die Blühstreifenproblematik sei bekannt. Er betonte, wenn aber die Möglichkeit der wirtschaftlichen Förderung bestehe, solle man sie nutzen.

Auch Kreisjägermeister Albert Lucas betonte die Notwendigkeit des Miteinanders von Jägern und Landwirten. Weiterhin sprach er zum Thema Kitzrettung die Möglichkeit zum Einsatz von Hightech Mitteln wie Drohnen zum Absuchen von Feldern an.
Weiterhin berichtete er über die Aufhebung der Schonzeit für Schwarzwild, hier werde man sich der Bundesverordnung anschließen.

 
Winterversammlung der Jägerschaft Grafschaft Bentheim Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Sonntag, den 01. April 2018 um 10:10 Uhr

Winterversammlung 2018 der Jägerschaft Grafschaft Bentheim

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestaltete die Bläsergruppe Wietmarschen unter der Leitung von Guido Osseforth.
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Der Vorsitzende der Jägerschaft, Thomas Heils, eröffnete die sehr gut besuchte Veranstaltung. Nach der Begrüßung und zur Einführung betonte er die Bedeutung des offenen Miteinanderumgehens und der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Dann begrüßte er als Gastredner den Verantwortlichen für Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Ausstellungen der LJN Florian Rölfing. Aktuelle Themen der LJN seien die Kernpunkte seines Berichtes, die hinsichtlich kommender Neuerungen von besonderem Interesse seien.
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Der Vorsitzende dankte für die Ausführungen des Referenten und die Darstellung von Bereichen, die den Jäger bewegen. Insbesondere verwies er auf die hohe Bedeutung der Wildtiererfassung als Datensammlung vor Ort im Hinblick auf die Umsetzung und der Einflüsse auf politische Entscheidungen. Die weiteren Themen, besonders den Rückgang des Niederwildes, das Verbot des Schallminderers und den kommenden Schießnachweis sah er als Bereiche von wesentlicher Bedeutung. Der Vortrag habe viele Anstoßpunkte gegeben. Man müsse in der Diskussion bleiben betreffend die politische Entwicklung, denn trotz Nichtumsetzung einiger nachteiliger Änderungen, würden Veränderungen kommen. Notwendig seien ein starker Zusammenhalt und das Bewusstsein der Verantwortung.
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Kjm Albert Lucas informierte über Ergebnisse des Jagdbeirates hinsichtlich der Aufhebung der Schonzeit für Bachen und Keiler vor dem Hintergrund der ASP, die Bedeutung der Abschussliste und die ASP Vorsorge im Hinblick auf die Vermarktung.

Kreisveterinär Dr. Hermann Kramer ergänzte die Ausführungen zur ASP, die das Veterinäramt seit Monaten betrifft und appellierte an die Verantwortung derer, die Schweine bejagen. Das Mitbringen von Fleisch solle unterbleiben. „Kleinste Virusmengen reichen aus, um die Katastrophe auszulösen.“
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Blühstreifen anlegen Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Sonntag, den 11. Februar 2018 um 20:07 Uhr

Blühstreifen anlegen!! – Flyer Wildacker-/Blühpflanzenmischungen 2018

 

Mit dem Slogan „Die Grafschaft Bentheim blüht auf“ haben die Landwirte selbst dafür geworben, Blühstreifen anzulegen.

Am oder im Mais können solche Schneisen angelegt werden, ohne das Fördermittel gekürzt oder die Schneise beim Flächennachweis rausgerechnet werden muss.

Alle Landwirte sind aufgefordert den Mais im Antrag auf Agrarförderung als Mais mit Schneise (177) zu kodieren.

Wegen „Frostschutz“ soll die Aussaat nicht vor Mitte Mai erfolgen. Wenn der Mais vorher gelegt wird, kann mit der Drillmaschine (meistens 3 m Arbeitsbreite) an den Gewässer-, Weg- und Waldrändern sowie in den Maisschneisen nachgearbeitet werden. Der Maschineneinsatz lohnt sich besonders bei mehreren Flächen im Revier.

Die Jäger vor Ort helfen Ihnen bei der Auswahl der Fläche(n) und bei der Saat gerne.

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Der neue Flyer "Wildacker-/Blühpflanzenmischungen 2018“ informiert über geeignetes Saatgut. Er wird über die Agravis Geschäftsstellen, über die Landesjägerschaft, über die Jägerschaften, die Hegeringe und Imker, sowie über die Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in ganz Niedersachsen verteilt.

Die Mischungen sind von Landwirten/Jägern geprüft und zusammengestellt worden. Es werden außerdem deren spezielle Eignungen im Rahmen des Greenings auf Ökologischen Vorrangflächen oder als Agrarumweltmaßnahmen (BS 11 und BS 12) aufgezeigt.

 

Der Flyer steht im Download der Landesjägerschaft Niedersachsen zur Verfügung.

 
Naturschutz an einem Strang Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Sonntag, den 11. Februar 2018 um 12:47 Uhr

28. Jägerfrühstück in der Grafschaft Bentheim

Die Veranstaltung wurde eröffnet und umrahmt durch die Klänge der Jagdhornbläsergruppe Wietmarschen unter der Leitung von Stephan Klein.

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Erstmals gab es ein gemeinsames Jägerfrühstück mit Naturschutzverbänden.

Wer gemeinsam an einem Strang zieht, kann viel erreichen. Das wurde beim 28. Grafschafter Jägerfrühstück unter dem Motto „Naturschutz an einem Strang“ deutlich, das neben einem reichhaltigen Frühstück mehrere kleine gehaltvolle Vorträge aus den Grafschafter Naturschutzverbänden beinhaltete.

Landrat Friedrich Kethorn berichtete zunächst aus dem Landkreis und dem Land Niedersachsen. Er betonte die Bedeutung des Jägerfrühstücks als Dialog mit vielen aus der Grafschaft. Im Anschluss ging er auf jagdliche Themen ein.

Der Vorsitzende der Jägerschaft blickte anhand einer Fotoshow zurück auf zwei Jahrzehnte gemeinschaftlicher Projekte. Er betonte die Bedeutung der Synergie und forderte auf zum Schulterschluss der Verbände. Man solle den Dialog suchen, die Kräfte konzentrieren, um entsprechenden Einfluss auf die Politik zu bekommen. „Wir stehen zusammen – der heutige Tag ist eine Plattform für flächendeckenden Naturschutz!“ Zukunftsorientiertes und nachhaltiges Handeln ist erforderlich.“

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Die Verteilung des Naturschutzes in der Grafschaft auf viele verschiedene Schultern wurde in den nachfolgenden Vorträgen deutlich.

Matthias Bönemann vom Sportfischerverein Nordhorn wünschte sich Artenschutz auch unter der Wasseroberfläche. Der Schutz der heimischen Fischarten solle genauso ernst genommen werden und die gleiche Behandlung erfahren wie andere Bereiche.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, in der Grafschaft durch Theodor Brunklaus vertreten, leistet mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung für Kinder und Jugendliche einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Natur. Mit dem Ziel den Wald dem Menschen wieder näher zu bringen und das Umweltbewusstsein für eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen zu stärken.

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von links: Friedrich Kethorn (Landrat), Rainer Drescher (Imker), Matthias Bönemann (Fischer), Hermann Hindriks (BUND), Thomas Heils (Jäger), Gerhard Busmann (NABU), Theodor Brunklaus (SDW)

Hermann Hindriks vom BUND zog die Verbindung zur Jägerschaft in vielen Punkten und sprach von vielen Gemeinsamkeiten. Er stellte die Liste der weiteren Kooperationspartner und die Arbeitsschwerpunkte: Artenschutz, Anlage von Biotopen, Pflege im Bereich Vechte und Hochmoor Ringe und Bedeutung von Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit vor.

Gerhard Busman vom NABU zeigte den Arbeitsbereich in Form einer Multivision und präsentierte die Naturfoto AG, die verschiedenen Jugendgruppen, den ausgeübten Artenschutz im Bereich Vogelwelt und Erdkröte. Der Öffentlichkeitsarbeit wies er eine große Bedeutung zu. Er rief dazu auf, Naturschutz weiterzutragen und öffentlich zu machen.

Rainer Drescher vom Kreisimkerverein stellte die Bedeutung der Honigbiene vor und die Folgen des Wegfalls der Bestäubung. Das Bienensterben sei differenziert zu betrachten. In Europa verzeichne man, im Gegensatz zu China und den USA, eine Zunahme der Bienenvölker, im Gegensatz zur Insektenmasse.

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Die Präsentationen der Verbände bewiesen gemeinsame Themen und Projekte. „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ – so kann man das Engagement der Verbände für den Naturschutz zusammenfassen. Wir möchten alle Beteiligten im Bereich Naturschutz zusammenführen und die sich dabei ergebenden Synergieeffekte noch besser nutzen“, beendete der Vorsitzende der Jägerschaft Grafschaft Bentheim, Thomas Heils die Veranstaltung.

 

 
Interview zur Änderung des Waffengesetzes Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Mittwoch, den 12. Juli 2017 um 11:54 Uhr

Die erweiterte Version unseres Interviews mit Frank Göpper, Geschäftsführer des Forum Waffenrechts, finden Sie auf jagdverband.de.

Hintergrund

(Berlin, 10. Juli 2017) Das geänderte Waffengesetz ist am 6. Juli 2017 in Kraft getreten. Die Änderung des Waffengesetzes beinhaltet für Jäger hauptsächlich Änderungen zur Aufbewahrung. Schränke der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung sind ab jetzt beim Neukauf für die Aufbewahrung von Waffen nicht mehr erlaubt. Für bereits registrierte A- und B-Schränke gilt allerdings ein unbeschränkter Bestandsschutz. Neu erworbene Standardschränke müssen ab sofort die Sfufe 0 oder 1 aufweisen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 entspricht.

Fragen und Antworten

DJV: Wie schnell muss eine Waffe nach Erwerb gemäß §13 WaffG bei den Behörden gemeldet werden?

Frank Göpper: Jäger müssen den Erwerb einer Waffe - egal ob auf Jagdschein oder Waffenbesitzkarte (WBK) - innerhalb von zwei Wochen bei den Behörden melden.

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Schusswaffen?

Der Neukauf von Schränken der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen – also auch Jagdwaffen – ist ab dem 6. Juli 2017 nicht mehr zulässig. Ab dann können Jäger für die Aufbewahrung ihrer Schusswaffen bei der Behörde nur noch Waffenschränke registrieren lassen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 (Stufe 0 oder 1) entsprechen.

Für Waffenschränke ab Stufe 0 gilt weiterhin: Waffen und Munition müssen nicht getrennt aufbewahrt werden. Der Gesetzgeber hat nun klargestellt, dass Waffen nur ungeladen gelagert werden dürfen, eine Reaktion auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes.

Wie muss Munition zu Hause gelagert werden und in welchem Behältnis?

Der Mindestaufbewahrungsstandard für erlaubnispflichtige Munition ist und bleibt das Stahlblechbehältnis ? (Metallkassette) mit Schwenkriegelschloss.

Wie muss ich Waffen und Munition in einem Schrank der Klasse 0 oder 1 lagern?

Ab 200 Kilogramm Gewicht dürfen in einem Schrank der Klasse 0 oder 1 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen, bis zu 10 Kurzwaffen und Munition gelagert werden. Unter 200 Kilogramm Gewicht dürfen im Waffenschrank der Klasse 0 oder 1 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen und bis zu 5 Kurzwaffen gelagert werden, ebenso Munition. Eine Trennung von Munition und Waffen ist in einem Schrank der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 grundsätzlich nicht notwendig.

Ich besitze einen Waffenschrank der Klasse 0. Eine Befestigungsmöglichkeit gibt es nur im Schrankboden. Diese kann ich nicht nutzen, ohne die Isolierung zu beschädigen. Der Waffenschrank steht also frei ohne Befestigung. Ist das erlaubt?

Eine weitere Verankerung eines Schrankes der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 ist unabhängig vom Gewicht gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Was passiert mit A- und B-Schränken, die vor Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes erworben und von der Behörde eingetragen wurden?

Für A- und B-Schränke gilt der Bestandsschutz. Sie können weiterhin unbeschränkt benutzt werden. Der jetzige Besitzer kann auch weitere Waffen hinzukaufen und diese in den bestehenden Schränken lagern. Wenn der Schrank nach den gesetzlichen Regelungen voll ist muss bei Neukauf mindestens ein Schrank der Stufe 0 erworben werden.

Folgende Lagerkapazitäten gelten für Schränke mit Bestandsschutz: Im A-Schrank dürfen bis zu 10 Langwaffen gelagert werden. Beim B-Schrank gibt es keine Begrenzung für Langwaffen. Ein B-Schrank unter 200 Kilogramm Gewicht darf zudem 5 Kurzwaffen enthalten, ab 200 Kilogramm Gewicht 10 Kurzwaffen. Ist der B-Schrank weniger als 200 Kilogramm schwer, jedoch fest verankert, darf er auch 10 Kurzwaffen enthalten.

Kann ich jetzt noch einen gebrauchten, bei der Waffenbehörde eingetragenen A- oder B-Schrank für die Aufbewahrung meiner erlaubnispflichtigen Waffen erwerben?

Die Besitzstandswahrung für A- und B-Schränke gemäß VDMA 24992 gilt für die „Aufrechterhaltung der bisherigen Nutzung“ und grundsätzlich nicht bei Weitergabe an andere Besitzer. Ein solcher Erwerb wäre also zur Waffenaufbewahrung nicht geeignet.

Wie ist das nun konkret mit dem Vererben von Waffenschränken der Klassen A und B?

Waffenschränke der Klassen A und B gemäß VDMA 24992 dürfen zur Waffenaufbewahrung nicht vererbt werden und anschließend durch den oder die Erben nicht zur Waffenaufbewahrung (weiter-) genutzt werden.

Darf ein Familienmitglied, das nächstes Jahr den Jagdschein besteht und sich die erste Waffen zulegt, diese im vorhandenen legalen A- oder B-Schrank aufbewahren?

Ja, das ist erlaubt. Die gemeinsame Aufbewahrung in häuslicher Gemeinschaft ist bei der Weiternutzung von A- und B-Schränken erlaubt und selbst bei Versterben des heutigen Besitzers dürfen die späteren Mitaufbewahrer den Schrank weiternutzen.

Was muss ich tun, wenn der Waffenschrank zwar vor dem 6. Juli 2017 im Besitz war und genutzt wurde, aber bisher bei der Behörde noch nicht registriert ist?

Grundsätzlich besitzen die bisher rechtmäßig genutzten Waffenschränke Bestandsschutz. Man sollte nach Möglichkeit Belege (z. B. Kaufquittung) aufbewahren, um im Zweifelsfall belegen zu können, dass man den fraglichen Schrank bereits vor dem 6. Juli 2017 rechtmäßig genutzt hat. Eine weitere Möglichkeit ist auch, dies bei der Behörde anzuzeigen.

Was ist bei bestehenden Waffenräumen zu beachten?

Es gibt keine Änderungen. Ein bestehender, behördlich abgenommener Waffenraum behält seine Gültigkeit.

Was passiert, wenn ich Waffen falsch aufbewahre?

Es gibt keine Änderungen. Wenn Waffen unzulässig aufbewahrt werden und dadurch die Gefahr des Abhandenkommens geschaffen wird, ist dies - bei Vorsatz - ein Straftatbestand. Dies kann nach wie vor mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Besitzt jemand zum Beispiel mehrere Kurzwaffen, die ordnungsgemäß gelagert sind, hält jedoch eine Kurzwaffe zur Selbstverteidigung im Kleiderschrank zurück, so ist dies vorsätzlich unsachgemäße Lagerung.

Die fahrlässige Aufbewahrung ist kein Straftatbestand, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Aber: Jeder der seine Waffen und Munition fehlerhaft aufbewahrt, riskiert seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Was passiert, wenn ich eine Patrone in der Jackentasche vergesse?

Die fahrlässige Aufbewahrung von Munition in einer Jackentasche ist zwar kein Straftatbestand, diese Fahrlässigkeit kann aber im Einzelfall auch zur waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit führen.

Wie sieht es mit der Aufbewahrung von Munition und Waffen in der Jagdhütte aus?

Der bisher § 13 Abs. 6 der Allgemeinen Waffengesetzverordnung (AWaffV) wird inhaltlich unverändert zum § 13 Abs. 4 AWaffV: „In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen nur bis zu drei Langwaffen, zu deren Erwerb und Besitz es einer Erlaubnis bedarf, aufbewahrt werden. Die Aufbewahrung darf nur in einem mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entsprechenden Sicherheitsbehältnis erfolgen. Die zuständige Behörde kann Abweichungen in Bezug auf die Art oder Anzahl der aufbewahrten Waffen oder das Sicherheitsbehältnis auf Antrag zulassen.“ Es ändert sich hier also nichts.

Was passiert bei Diebstahl  Waffen und Munition  in der Jagdhütte während der Nacht, wenn alle schlafen?

Wenn Waffen oder Munition abhanden gekommen sind, ist gemäß § 37 Abs. 2 WaffG unverzüglich (so schnell wie möglich) die zuständige Behörde hierüber zu unterrichten. Verspätete Anzeigen bedeuten eine Ordnungswidrigkeit.

Was ist bei einer Übernachtung in der Jagdhütte hinsichtlich Aufbewahrung von Waffen und Munition zu beachten (ein Waffenschrank ist in der Regel nicht vorhanden)?

Hier kann keine pauschale Aussage getroffen werden; es gilt der ehemalige § 13 Abs. 11 AWaffV, der jetzt weitestgehend unverändert zu Abs. 9 wird. Lediglich statt „Absätze 1 bis 8“ werden zukünftig „Absätze 1 und 2“ stehen: „Bei der vorübergehenden Aufbewahrung von Waffen im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 oder des Absatzes 2 oder von Munition außerhalb der Wohnung, insbesondere im Zusammenhang mit der Jagd oder dem sportlichen Schießen, hat der Verpflichtete die Waffen oder Munition unter angemessener Aufsicht aufzubewahren oder durch sonstige erforderliche Vorkehrungen gegen Abhandenkommen oder unbefugte Ansichnahme zu sichern, wenn die Aufbewahrung gemäß den Anforderungen der Absätze 1 bis 8 nicht möglich ist.“

Schwerpunkt ist also die „angemessene Aufsicht“: Situationsbedingt muss alles vorgenommen werden, was sinnvoll möglich ist. In diesem Zusammenhang könnte das „Führen wesentlicher Teile“ helfen (siehe Frage "Inwieweit kann ich wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei führen?")

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Blankwaffen und erlaubnisfreien Waffen?

Für Blankwaffen und andere erlaubnisfreie Waffen, wie etwa Luftruckgewehre, ergeben sich keine Änderungen. Allerdings stellt der Gesetzgeber deutlicher als zuvor klar, dass auch freie Waffen vor dem Zugriff durch Unberechtigte geschützt und entsprechend gelagert werden müssen. Die Lagerung sollte mindestens in einem abschließbaren Holzschrank oder einem abschließbaren Raum - etwa Besenkammer - erfolgen. Auch eine abschließbare Wandvorrichtung - etwa für Degen oder Schwert - ist geeignet. Eine Armbrust muss verschlossen gelagert werden, ein Bogen hingegen ist laut Waffenrecht keine Waffe. Verschlossen und ungeladen müssen auch Gas- und Signalwaffen gelagert werden.

Gibt es Änderungen bezüglich des Waffentransportes?

Es gibt keine Änderungen bezüglich des Waffentransportes. Es gilt weiterhin: Auf dem Weg zum Jagdrevier darf die Waffe nicht schussbereit (ungeladen) frei geführt werden. Beim Transport - etwa zum Büchsenmacher oder zum Schießstand - darf die Waffe weder schussbereit noch zugriffsbereit sein und muss sich in einem verschlossenen Behältnis befinden. Für "nicht zugriffsbereit" gilt die Regel: Die Waffe darf nicht unmittelbar in Anschlag gebracht werden, also mit drei Handgriffen in drei Sekunden. Grundsätzlich empfehlenswert ist für den Transport ein separates Schloss am Waffenkoffer.

Bei einer kurzfristigen Lagerung der Waffe - etwa  in Hotel oder Gaststätte - kann künftig ein wesentliches Teil der Waffe, wie das Schloss oder der Vorderschaft, erlaubnisfrei geführt werden. Die Vorteile: Wenn die Waffe abhanden kommt, ist sie nicht schießfähig. Potenzielle Diebe werden darüber hinaus durch eine unvollständige Waffe möglicherweise direkt abgeschreckt.

Wie erfolgt der Transport von Waffen und Munition zum Schießstand?

Waffen und Munition dürfen zum Schießstand nur „nicht schussbereit“ (Waffen müssen ungeladen sein) und „nicht zugriffsbereit“ transportiert werden. Nicht zugriffsbereit sind Waffen und Munition beispielsweise in einem verschlossenen Behältnis.

Wie erfolgt der Transport  von Waffen und Munition  zur Jagd? Was ist dabei genau zu beachten?

Auf dem Weg in das Jagdrevier entfällt die Verpflichtung, die Waffen „nicht zugriffsbereit“ zu führen, also der Transport im verschlossenen Behältnis. Die Waffen müssen lediglich ungeladen sein. Für den Transport der Munition gibt es keine weiteren Bestimmungen.

Wie erfolgt der Transport von Munition und Pulver für Wiederlader vom Büchsenmacher nach Hause?

Für den privaten Gebrauch können folgende Gesamtmengen, ohne die Voraussetzungen eines Gefahrguttransportes zu erfüllen, im PKW (nicht pro Person) transportiert werden: 3 Kilogramm Schwarzpulver oder 50 Kilogramm Munition (Bruttomasse). Der Transport hat in "handelsüblicher" Verpackung zu erfolgen.

Was ist, wenn ich Munition bei einem Händler bestelle und diese dann per DHL (oder ähnlich) geliefert wird. Bin ich für Missstände beim Transport verantwortlich?

Die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Transport von Waffen und Munition trägt gemäß § 34 Abs. 1 S. 3 u. 4 der Versender: Werden sie zur gewerbsmäßigen Beförderung überlassen, müssen die ordnungsgemäße Beförderung sichergestellt und Vorkehrungen gegen ein Abhandenkommen getroffen sein. Munition darf gewerbsmäßig nur in verschlossenen Packungen überlassen werden.

Inwieweit kann ich wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei führen?

Bei Aufenthalt in Hotels oder Gasthöfen kann ein wesentliches Teil der Waffe, wie etwa das Schloss oder der Vorderschaft, erlaubnisfrei geführt werden. Bei Abhandenkommen der Waffe wäre diese nicht vollständig und somit nicht einsatzbereit. Dies zielt darauf ab, dass ein Dieb eine nicht schießfähige Waffe möglicherweise eher zurücklässt.

Welche neuen Besitzverbote gibt es?

Es gibt ein neues Besitzverbot ausschließlich für Hartkerngeschosse. Diese sind für Jäger nicht relevant, höchstens für Waffensammler. Hartkerngeschosse sind Geschosse mit einer Brinellhärte über 400HB. Bei Besitz von Hartkerngeschossen und -munitionriskiert der Legalwaffenbesitzer, seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Wie genau sieht die neue Amnestie-Regelung für illegale Waffen aus?

Ab dem 6. Juli 2017 ist die straffreie Abgabe verbotener Gegenstände - etwa Hartkerngeschosse - und nicht rechtmäßig besessener Waffen für ein Jahr bei der zuständigen Behörde möglich. Kriegswaffen und Kriegswaffenmunition, wie etwa Granatwerfer oder Granatwerfer-Munition, sind von der Amnestie ausgenommen.

In welchen Fällen ist eine Verfassungsschutzabfrage vor Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis notwendig?

Zwingend notwendig ist sie gar nicht. Lediglich bei Personen, die dem Verfassungsschutz als Gefährder bekannt sind, werden die Daten des nationalen Waffenregisters gegengeprüft und dann die Waffen- oder Jagdbehörde in Kenntnis gesetzt.

 
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